Bushman Art – zeitgenössische Kunst aus Südafrika

Die Künstler der ausgestellten Arbeiten sind Buschleute oder San, die indigene Urbevölkerung des südlichen Afrikas. Ihre nomadische Kultur, die der Jäger und Sammler, ist massiv vom Aussterben bedroht. Siedler schränkten ihren angestammten Lebensraum auf ein Minimum ein, sie wurden versklavt und ausgebeutet. Die San sind die Schöpfer Jahrtausende alter Felszeichnungen, die man in vielen Gegenden Südafrikas finden kann.

Im Jahr 1990 wurde eine Gruppe von 4.500 Buschleuten zu ihrem Schutz in einer Nacht- und Nebelaktion aus den Bürgerkriegsgebieten im Norden Namibias und im Süden Angolas evakuiert, und ins südafrikanische Schmidtsdrift, einem Flüchtlingslager im Busch, umgesiedelt.
Dort entstand 1993 das !Xun&Khwe Cultural Project. Es sollte den traumatisierten Flüchtlingen helfen, ihre Identität zu bewahren und den Verlust ihrer traditionellen Lebensweise zu kompensieren. Eine Gruppe von Künstlern, alle Analphabeten, arbeitete autodidaktisch mit modernen Medien wie Linoldruck, Gouache und Ölmalerei. In der ihr eigenen Ausdruckweise visualisierten sie ihre Mythen, Überlieferungen und Vorstellungswelten. Trotz widriger Lebensumstände und Arbeitsbedingungen der Künstler beeindrucken ihre Werke durch ihre Vitalität, Lebensfreude und Ausdruckskraft. Sie sind unwiederbringliche Zeugnisse eines Übergangs von der archaischen Kultur in die Moderne. Als Medium der Verständigung zwischen den Welten sprechen sie zu uns.
Heute leben die letzten Künstler des !Xun&Khwe-Projekts in dem für sie gebauten Township Platfontein in der Nähe von Kimberley, entwurzelt und marginalisiert.

Bei ihren regelmäßigen Besuchen im Zeltlager und im Township erwarb die Sammlerin Hella Rabbethge-Schiller die Arbeiten direkt vor Ort und stand in engem Kontakt mit den Künstlern und der Community. Als offizielle Repräsentantin des Art Projects in Europa hat sie durch Veröffentlichungen, Pressearbeit und Ausstellungen zur Wahrnehmung, Verbreitung und Anerkennung der zeitgenössischen Kunst der Buschleute beigetragen.
HRS Januar 2018